Augen auf vorm Katzenkauf – Was muss ich beachten?

Katzen sind für mich die tollsten Tiere auf diesem Planeten, ich liebe Katzen, bin mit ihnen aufgewachsen und habe seit diesem Jahr endlich meine zwei eigenen Stubentiger. Doch was muss man bedenken, bevor man sich ein solches Tier zulegt? Mit welchen Kosten muss ich rechnen? Und was ist, wenn ich eine Allergie habe?

Katzen begleiten dich lange, mitunter zwanzig Jahre, und du musst plötzlich Verantwortung für ein anderes Lebewesen übernehmen. Das muss vorher gut durchdacht sein. Ich muss ehrlich sagen, viele Gedanken habe ich mir vor der Anschaffung von Millicent nicht gemacht, da ich mein ganzes Leben Fellnasen hatte, allerdings kannte ich mich bereits vorher gut aus, und bin finanziell relativ abgesichert. Hier ist also mein Guide für Katzenanfänger und die, die es werden wollen.

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Kosten

Das Erste was du natürlich abklären musst: Kann ich mir eine Mieze überhaupt leisten? Denn Katzen futtern mehr als du denkst. Meine beiden, die noch nicht ausgewachsen sind, fressen am Tag circa eineinhalb Dosen Futter. Kaufe ich das billige aus dem Aldi, wären das 17 Euro pro Monat. Kaufe ich das heißgeliebte Felix, dann wären es bereits 40 Euro. Außerdem gibt es auch bei Futter große Unterschiede, viele füttern ihren Katzen zum Beispiel nichts, wo Zucker drin ist, da das für die Zähne schlecht ist. Ich persönlich muss sagen, dass ich mich was das anbelangt noch nicht wirklich informiert habe. Bei Amely Rose habe ich dazu einen hübschen Beitrag gefunden.

Zum Nassfutter kommt Trockenfutter hinzu, da kommst du mit fünf Euro im Monat allerdings locker hin. Dann brauchst du natürlich noch Katzenstreu. Und was zwei Stubentiger am Tag auf die Toilette gehen, das sollte man nicht unterschätzen. Sind deine Katzen mit dem billigsten Streu zufrieden, dann solltest du circa 15 Euro dafür im Monat rechnen. Nun sind wir schon bei mindestens 37 Euro, hinzukommen natürlich noch Leckerlis.

Da hört der Spaß noch nicht auf. Auch Hauskatzen müssen geimpft und entwurmt werden, das einmal im Jahr. Eine Impfung alleine kostet für ein Kätzchen bereits um die 30 Euro. Außerdem steht irgendwann die Kastration an. Wichtig ist zudem, dass du immer ein wenig Gespartes hast, falls etwas akutes anfällt. Als Millicent vor Kurzem aus dem dritten Stock gefallen ist, und wir den tierärztlichen Notdienst in Anspruch nehmen mussten, waren das für eine Spritze, Röntgen, den Tropf und Schmerzmittel über 150 Euro. Und stell dir vor, so etwas passiert, und du hast nichts auf der hohen Kante?

Katzen sind also keine wirklich billige Angelegenheit. Zu den laufenden Kosten solltest du natürlich auch ab und an mal ein neues Spielzeug besorgen. Da eine Katze mal schnell 20 Jahre alt werden kann, musst du was deine Finanzen angeht weiter planen, als nur fürs nächste Jahr. Wenn du also weißt, dass du bald studieren gehst, dann sind zwei Kitten sicherlich nicht die schlauste Idee. Außer du weißt genau, wie du dir deine zwei besten Kumpanen finanzierst. Bei mir ist es so, dass ich momentan im Volontariat Geld verdiene und alles selbst finanzieren kann. In einem Jahr möchte ich aber endlich studieren. Ich habe das Glück, dass meine Mama eine noch größere Catlady ist als ich, und sie die Katzen sicherlich nicht verhungern lassen wird, wenn es am Ende des Monats knapp wird. Außerdem liebe ich meine beiden, da würde ich mich auch nur von Nudeln mit Ketchup ernähren. Das ist aber nicht der einzige Punkt: Mit Katzen wird es sehr schwer, eine geeignete WG zu finden. Das heißt, ich werde eine eigene Wohnung brauchen, die definitiv größer als 30 Quadratmeter ist. Deshalb informiere ich mich momentan bewusst über Studiengänge in Städten wie Erfurt oder Leipzig, in denen die Mieten bezahlbar sind. Ein Studium in Hamburg ist für mich leider mit den Katzen ausgeschlossen. Aber darauf verzichte ich auch gern, wenn es bedeutet, dass ich zwei Katzen halten kann.

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Ein oder zwei? Rein oder raus?

Nun zu einem Punkt, weshalb Linda und Caro von Like a Riot zum Beispiel einige Kritik bekommen haben, bevor alle überhaupt die genauen Umstände kannten: Katzen sind keine Einzelgänger, außer der Mensch hat sie durch viel zu lange Alleinhaltung dazu gemacht. Das ist aber alles andere als artgerecht. Hunde sind auch kein wirklich passender Partner für eine Mieze. Also: immer zwei, niemals alleine. Es sei denn, die Katze darf raus wann sie will, und es sind noch andere Fellnasen in der Nachbarschaft.

Das ist auch der nächste Punkt: Meine Katzen in der Heimat gehen alle raus und lieben es. Manchmal bin ich wirklich traurig, dass ich das Milli und Hermi nicht ermöglich kann, allerdings wohne ich im dritten Stock, mitten im Kneipenviertel. Sie dort rauszulassen wäre ihr Todesurteil, außerdem werden so hübsche Rassentiger gern mal geklaut. Wenn du dich aber dafür entscheidest, deine Katzen als reine Hauskatzen zu halten, dann sollte deine Wohnung mehrere Zimmer haben, damit jede Katze ihren eigenen Rückzugsort hat. Außerdem brauchst du einen großen Kratzbaum und genügend Beschäftigung für die zwei.

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Was brauche ich alles?

Bevor die Kätzchen bei dir einziehen brauchst du nicht viel: ein Katzenklo, Futternäpfe einen Schlafplatz, etwas Spielzeug und vielleicht ein paar Kartons. Du musst beim besten Willen nicht alles auf einmal kaufen, der Kratzbaum ist auch erst später bei mir eingezogen. Eine kleine Grundausstattung an Spielzeug solltest du aber haben: ein paar Bällchen, eine Angel. Das reicht erstmal. Nur aufpassen: Eine Angel darfst du niemals einfach so rumliegen lassen, an so etwas können sich Kätzchen ohne Aufsicht leicht strangulieren.

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Ich habe eine Allergie und möchte trotzdem eine Katze 

Ich als Katzenliebhaber habe zum Glück keine Allergie, mein Freund hat allerdings eine. Deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich mir wieder Katzen geholt habe. Denn einfach ist da Katzenhaltung nicht, aber definitiv möglich. Generell sind Allergiker nicht auf die Haare allergisch, sondern auf ein Protein im Speichel und Urin. Nicht alle Katzen produzieren gleich viel von diesem Protein, so hat ein Allergiker also die Chance eine Katze zu halten, auf die er nicht so stark oder gar nicht reagiert. Das mit den hypoallergenen Katzen ist übrigens ein Märchen. Trotzdem schreiben in vielen Foren immer wieder Leute davon, dass sie mit bestimmten Katzenrassen weniger Probleme hätten. Aus diesem Grund sind bei mir zwei Sibirische Waldkatzen eingezogen, gefunden habe ich sie auf ebay Kleinanzeigen. Normalerweise bin ich starker Verfechter des Mottos #adoptdontshop. Die Allergie war allerdings der Grund, weshalb ich nun zwei Rassekatzen habe.

Bei einer Allergie muss die Wohnung besonders häufig gesaugt und nass durchgewischt werden, denn die Allergene verteilen sich überall. Das Schlafzimmer sollte eine katzenfreie Zone bleiben, so schwer das auch fällt. Wenn ein Allergiker tagsüber schon den Katzen permanent ausgesetzt ist, dann sollte er sich über Nacht regenerieren können. Im Internet findet man übrigens spezielle Luftreiniger, allerdings sind diese sehr teuer.

Etwas, das meinem Freund sehr gut geholfen hat ist Allerpet, eine Lösung, die du den Katzen einmal wöchentlich ins Fell reibst. Angeblich entfernt es die Allergene. Er hatte tatsächlich nach der Anwendung erheblich weniger Probleme als vorher. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert, die Rezensionen sind fast durchweg positiv. Ansonsten gibt es die Möglichkeit einer Desensibilisierung, die drei Jahre dauert.

Und was ist mit denen, die behaupten sie hätten sich quasi trotz Allergie an ihre Katze gewöhnt? Was soll ich sagen, ich hatte nicht dran geglaubt. Und jetzt? Seit einiger Zeit können Milli und Hermi sogar bei uns im Bett schlafen, mein Freund knuddelt sie wie wild, und er hat kaum noch Probleme. Das ist natürlich nicht der Regelfall, aber man hört immer wieder davon. Trotzdem darfst du dich auf so ein „Wunder“ nicht verlassen und solltest vorher genau klären was passiert, wenn du die Katzen nicht behalten kannst. Sie sollten definitiv nicht einfach im Tierheim landen.

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Die Katze ist da, und alles ist dreckig

Ein Tier macht Dreck und räumt es nicht selbst weg. Wenn du also ein Problem damit hast, dass überall Haare sind (und ich meine wirklich überall…), Papierschnipsel und Kartonteile rumfliegen, du ständig über Bälle stolperst und das Katzenstreu in der kompletten Bude verteilt ist, dann solltest du dir definitiv keine Katze anschaffen. Denn ja, sie machen viel Unordnung und Unfug. Und ja, es kann auch mal sein, dass ihnen hinten am Po Kot hängen bleibt, und sie es auf den hübschen weißen Teppich schmieren. Mit so etwas muss man aber umgehen können.

Katzen geben einem im Gegenzug so viel, es ist so schön nach Hause zu kommen, und man wird von beiden Seiten angeschnurrt, dass ich persönlich das Chaos gern in Kauf nehme. Einen Tipp gegen Katzenhaare auf den Polstermöbeln kann ich euch übrigens geben: Ich habe für meinen Staubsauger extra einen Aufsatz für Tierhaare und damit bekomme ich wirklich alles weg.

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11 Comments

  • Reply
    nathalie
    21. September 2016 at 13:34

    oh, die katzen sind ja so süß 🙂
    LG*

    Nathalie von Fashion Passion Love ♥

  • Reply
    Kim
    21. September 2016 at 15:12

    Ich muss sagen, ich habe mich vorher auch nicht wirklich informiert. Mit meinen beiden war es quasi eine Kurzschlussreaktion, die Katze eines Bekannten hat Junge bekommen und was soll ich sagen, auch wenn sie viel kaputt machen und schon einige Dinge als Klopapier zweckentfremdet haben, möchte ich sie nicht mehr missen.
    Bei dem Nassfutter achte ich immer auf einen hohen Fleischanteil und kaum Zusatzstoffe, damit meine Miezen auch wirklich satt werden. Zucker und anderes Brimborium, was u.a. auch bei vielen bekannten Katzenfuttermarken zu finden ist, gehören für mich nicht darein.
    Die Wohnungssuche war komplizierter als ohne Katzen, aber nicht unmöglich. Ich wollte in meinem Dorf nahe Braunschweig bleiben, da dort auch meine Eltern wohnen, dass die beiden gut versorgt sind, wenn ich im Urlaub bin und es nicht weit in die Innenstadt ist. Wenn man bei einer Wohnbaugesellschaft unterkommt, lassen die meistens mit sich reden, was die Katzen angeht, Privatvermieter sind schwieriger, hab ich die Erfahrung gemacht. Die Suche hat nicht lange gedauert, meine Wohnung ist groß genug für die beiden und für den Preis kann man nichts sagen. Nächstes Jahr möchte ich endlich ein sicheres, beiß- und kletterfestes Katzennetz am Balkon anbringen, damit sie auch draußen ohne Bedenken rumlaufen können.
    Und ich sehe es ganz genauso, Katzen mindestens zu zweit halten, damit sie sich beschäftigen können, wenn ich auf der Arbeit bin. 🙂
    Liebe Grüße,
    Kim

  • Reply
    Charli
    22. September 2016 at 17:08

    Ein toller Post!
    Wir haben auch zwei Norwegische Waldkatzen und die sind hier absolut vollwertige Familienmitglieder. Naja, ohne Pflichten. 😉 Und wenn man einmal zwei Katzen zusammen beobachtet hat, weiß man, dass sie alles andere als Einzelgänger sind.
    Allerdings haben wir auch eine katzenfreie Etage im Haus. Dort ist eben nicht alles ganz katzengerecht, aber sie haben im restlichen Haus genug Platz. Raus dürfen sie leider nicht, was ich auch schade finde. Aber wir wohnen an einer Hauptstrasse, haben zwar nach hinten Gärten, aber die Gefahr ist einfach zu groß.
    Spielzeug kaufe ich nicht mehr für sie, denn sie spielen wirklich am liebsten mit Pappkisten und Strohhalme aus Papier mögen sie gern. Oder irgendwelche Plastikfiguren werden verschleppt. 😉 Mary und Stuart sind da sehr erfinderisch. Alles was fehlt, finde ich in ihrem Versteck wieder.
    Katzen sind wirklich grossartige Tiere!
    LG Charli

    • Reply
      malinasternberg
      23. September 2016 at 13:28

      Ohja, du hast so Recht. Es ist immer wieder entzückend zu sehen, wie meine beiden miteinander spielen, durch die Wohnung rennen, sich abschlecken… So niedlich!
      Spielzeug kaufe ich auch keins mehr. Ihres beachten sie kaum, am liebsten mögen sie Papierkugeln…
      Liebe Grüße, Malina

  • Reply
    Andrea
    23. September 2016 at 21:50

    Ich bin seit 4 Jahren überglücklich Katzenmami von zwei Stubentigern und habe noch keine Mühe und keinen Cent bereut! Sehr schöner Artikel und sehr gut beschrieben! Deine zwei sind so niedlich!

    • Reply
      malinasternberg
      25. September 2016 at 11:55

      Lieben Dank! 🙂 Das werde ihn ihnen ausrichten.

  • Reply
    Anni
    28. September 2016 at 19:22

    Ich hätte auch so gerne Kätzchen in meiner Wohnung, aber auf unserem winzigen Wohnraum wäre das einfach unfair ihnen gegenüber, 4. Stock Hamburg, rausgehen ist da nicht :/ Unsere Katze bei meinen Eltern ist uns ja zugelaufen, die kann andere auf den Tod nicht ausstehen, aber mit unserem Kaninchen versteht sie sich gut. Und sie ist Freigängerin, vielleicht trifft sie ja ihre Freunde unterwegs.
    Schöner Ratgeber!

  • Reply
    Isa
    11. Oktober 2016 at 21:22

    So süß! Ich möchte mir auch gerne zwei Katzen holen, warte aber noch auf den richtigen Zeitpunkt. 🙂

    Liebe Grüße
    Isa

    iisabelsophie.blogspot.de

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    Welcome to my Crib: Mein Wohnzimmer - Malina Florentine
    27. November 2016 at 18:00

    […] zufrieden, leider ist es relativ blöd geschnitten. Trotzdem ist es denke ich vorzeigbar, inklusive Katzen und Reste der Harry […]

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    Sarah Baricevic
    22. Februar 2017 at 14:19

    Ui, zwei super süße Mäuse hast du da! 😉 Sehr schön geschrieben! Und gleich ist mir etwas aufgefallen, was ich noch in meinen mit einbinden muss! 😉 Die Allergie! 😉 Ich hab daran gedacht, aber als ich am tippen war, ist mir das echt entfallen. Vielen lieben Dank dafür!

  • Reply
    Zehn Dinge, die meine Katzen lieben - Malina Florentine
    20. Mai 2017 at 15:35

    […] einem Jahr bin ich stolze Katzenmama. Hier habe ich euch bereits ausführlich davon erzählt, was man bei der Anschaffung von Fellnasen alles […]

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