Eine Woche ohne Industriezucker (+ Videotagebuch)

Eine Woche lang auf etwas verzichten, das einem wahrscheinlich schwer fallen wird. Das war die Aufgabe, die wir uns in der Redaktion anlässlich der Fastenzeit gestellt haben. Ich habe versucht, eine Woche dem Industriezucker zu widerstehen.


 

Eine Woche ohne Süßigkeiten

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antrieblosigkeit – Die Entzugserscheinungen bei Industriezuckerverzicht klingen erstmal fürchterlich. Wieso habe ich mir ausgerechnet das ausgesucht? Viele andere Dinge hätte ich locker entbehren können, aber sieben Tage ohne auch nur eine Süßigkeit wird für mich als Zuckerliebhaberin echt schwierig. Schon am Wochenende vorher mache ich mich schlau, was ich denn jetzt überhaupt noch essen kann, und es wird schnell klar: Alles, was in irgendeiner Weise verarbeitet wurde, kann ich knicken. Am Samstagabend heißt es dann für mich erstmal ein bisschen was für die kommenden Tage vorkochen.

Vorher nochmal gönnen

Bevor es losgeht, möchte ich mir nochmal ordentlich etwas gönnen. Der Sonntag wird also mit fettem Frühstücksbuffet und Burgern zelebriert. Nachts habe ich einen Albtraum, dass ich bereits Montagmittag scheitere, weil ich noch mehr Burgern nicht widerstehen kann. Der Montag verläuft allerdings dank vorbereitetem Essen viel besser als gedacht, und am Dienstag geht es ebenso erfolgreich weiter. Was ich allerdings ziemlich nervig finde: Anstatt mich mit Freunden zu treffen, stehe ich fast jeden Abend in der Küche, um für den nächsten Arbeitstag auszusorgen. Denn wer mich kennt weiß, dass ich ohne etwas zum Kauen zwischen den Zähnen schnell ungemütlich werden kann. Und einfach mal schnell etwas in der Stadt holen geht leider nicht. Das Einzige, das ich also quasi die ganzen Tage mache ist arbeiten, kochen, arbeiten, kochen. Sehr aufregend.

Der Heißhunger ist weg

Mitte der Woche habe ich dann das Problem, dass ich mich doch mal zur Abwechslung etwas sozialisieren möchte. Zwischen Arbeit, Fitnessstudio und einem Abend außerhalb von daheim bleibt aber wenig Zeit, nochmal etwas zu essen. Deshalb gibt es für mich auch nichts, denn in anderen Haushalten dann das Passende zu finden, hat sich in meinem Fall als sehr schwierig herausgestellt. Dementsprechend ist auch meine Laune. Trotzdem lasse ich mich nicht vom bösen Industriezucker verführen. Entzugserscheinungen habe ich übrigens nicht, auch verspüre ich keinen Heißhunger auf Süßes mehr. Trotzdem vermisse ich mein Schokomüsli, was es sonst jeden Morgen gibt. Meine Kollegen erschweren mir auch leider tagtäglich das Projekt, indem sie mir ständig Donuts, Schokocroissants oder Gummibärchen voressen.

An der Faschingsveranstaltung gescheitert

Dann geht es an die Wochenendplanung, und alles dreht sich bei mir nur darum, wann, wo und was ich zum Futtern bekomme. Das Problem: Für den Samstag haben meine Mädels und ich seit Ewigkeiten Karten für eine Faschingsveranstaltung in meinem Heimatdorf. Ich liebe Verkleiden, allerdings hasse ich Faschingsmusik. Meine Familie habe ich bereits gebrieft und dazu verdonnert, an Essen ohne Industriezucker vorzusorgen. Was Alkohol angeht, habe ich mir ein Sixpack Bier besorgt. Es sollte also nichts schief gehen. Und doch bin ich Samstagabend gescheitert. Normalerweise trinke ich nichts bis nur sehr sehr wenig, wenn ich feiern gehe. Ich bin schließlich dort, um Spaß mit meinen Freunden zu haben und zu tanzen. Durch die grausige Faschingsmusik sah ich mich allerdings gezwungen, doch etwas mehr als nur zwei Bier in mich reinzuzwängen. Und somit bin ich wohl leider am Sekt und Vodka Lemon gescheitert.

Alles dreht sich nur ums Essen

Zwar war die Woche ein schöner Versuch, ich habe mich gesünder gefühlt. Trotzdem wäre das für mich nichts auf Dauer, denn sich ständig um das kümmern zu müssen, was ich am nächsten und übernächsten Tag esse, ist sehr nervig. Die ganze Woche hat sich im Prinzip gedanklich nur um genau dieses Thema gedreht. Ich hatte mir erhofft, dass ich mich dadurch auch nach der Woche ohne Industriezucker wieder gesünder ernähren würde. Leider ist genau das Gegenteil eingetroffen.


 

Meine Kollegin Anna-Lena hat übrigens eine Woche versucht, so wenig Müll zu produzieren, wie möglich. Ihr Video gibt es hier. Außerdem findest du hier eine Woche ohne Google, Lügen und viele weitere außergewöhnliche Ansätze für die Fastenzeit.

2 Comments

  • Reply
    Alexa
    14. März 2016 at 12:12

    ach, du bist einfach mega sympathisch.
    habe richtig mitgelitten… gerade das Stückchen Schokolade (oder 2 oder 3) nach dem herzhaften Abendessen ist für mich nicht weg zu denken. Donuts liebe ich auch. muss aber sagen, dass ich mich so richtig fit fühle, wenn ich den Zucker intake auf ein Minimum runterschraube. Respekt für diese Aktion!

    • Reply
      malinasternberg
      16. März 2016 at 22:52

      Danke. 🙂
      Ja, ich kann auch nicht ohne… Schon alleine das Schokomüsli morgens mit Quark und Banane. Ohne geht einfach nicht. Und es hat mich die Woche auch von sämtlichen Aktivitäten echt ausgeschlossen. 😀

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